Mondl├Ącheln Leseprobe

Veröffentlicht von Lena Wopfner 02.01.2017  •  Kommentare(0)

Mondlächeln
Roman von Lena Wopfner

 

Inhalt:

Niemand in der Schule kann Eleonora, die Neue in Silberberg, leiden. Nur Kevin verliebt sich vom ersten Augenblick an unsterblich in sie. Aber Eleonora umgibt ein Geheimnis. Sie ist halb Hexe, halb Mensch und darf sich deshalb in der Menschenwelt aufhalten.
Langsam kommen sich Eleonora und Kevin immer näher, doch es gibt viele ungeklärte Fragen. Kann Kevin mit einer Hexe zusammen sein? Können sie gemeinsam gegen die Beleidigungen der anderen ankommen? Was soll Kevin tun, wenn Eleonora in ihre Welt zurückkehren muss? Und allem voran: Was hat es mit dem geheimnisvollen Riss, der plötzlich mitten in der Stadt auftaucht, auf sich?

 

Leseprobe:

Eine Minute, bevor es läutete, rannte ich auch schnell in die Klasse. Alle waren schon da und als ich mich setzte, fing gleich darauf auch schon die Stunde an.
Von dieser bekam ich nur wenig mit. Ich konnte mich auch hier nicht ablenken. Immerzu musste ich an die Nacht denken.
Der Traum verschwand aber immer mehr vor meinen Augen.
Auch wenn ich auf Eleonoras Haare schaute, verschwamm immer mehr davon. Ich wurde ihn einfach nicht los, aber ich wusste nicht mehr viel.
So als würde man in einem nicht da seienden Fluss ertrinken.
So als würde man rennen, sich aber nicht vom Fleck bewegen. Die ganze Stunde war ich unruhig und konnte nicht aufpassen. In der Zwischenpause musste ich einfach mal rausgehen und alleine sein. Ich ging den Gang entlang, in die Richtung des großen Fensters. Da bemerkte ich, dass vor mir Eleonora war.
Auch die Sache in der Höhle ließ mir keine Ruhe. Ich musste sie jetzt darauf ansprechen. Ich fasste sie an der Schulter. Sie drehte sich erschrocken um und sah mich an. „Was willst du?“
Bevor ich zu sprechen anfing, sah ich mich um. Niemand sollte von der Höhle erfahren. „Was hast du gestern in der Höhle gemacht? Du hast bloß gesagt, dass es dir leidtut. Ich will, dass du mir sagst, wie du die Steine wegbekommen hast!“
In ihren Augen blitzte nichts, als sie mir eine überraschende Antwort gab. „Welche Höhle, Kevin?“
Ich war verwirrt. Wusste sie etwa nichts mehr von der Höhle? „Mach keine Scherze! Wir waren zusammen dort. Wir saßen hinter einer Felswand und du hast sie dann einfach …“ Mir fiel kein passendes Wort ein. „… weggezaubert.“
„Höhle? Felswand? Man kann Felswände nicht einfach so wegzaubern.“ Sie sah so aus, als würde sie jeden Moment einschlafen. Vielleicht hatte sie eine schlaflose Nacht hinter sich.
„Das hast du aber gemacht!“
„Ich? Ich kann nicht zaubern.“
„Doch!“ Was spielte sie für ein Spiel mit mir? „Ich erinnere mich noch ganz genau daran. Weißt du nicht mehr, du bist in eine Spalte gefallen und ich habe dich herausgezogen.“
Sie schüttelte den Kopf. „Das hast du wohl geträumt.“
„Nein. Das nicht. Dafür aber etwas anderes. Ich …“ Ich wollte schon erzählen, doch sie unterbrach mich. „In einer Nacht träumt man viel. Das weiß ich. Man träumt nicht nur einen Traum.“ Sie drehte sich um und ging. Ich rannte ihr nach. „Es muss wahr sein, denn ich hab danach von der Höhle geträumt. Ich bin zuerst vor deinem Haus gewesen und habe deine Mutter gesehen …“ Sie drehte sich blitzartig zu mir um. „Woher weißt du, wie mein Haus aussieht, und woher kennst du meine Mutter?"
Ich seufzte tief. Sollte ich ihr wirklich sagen, dass ich bei ihr war? „Ich war mal bei dir. Deine Mutter hat die Tür geöffnet … Du warst damals nicht zuhause.“ Beim letzten Satz war ich mir nicht so sicher, da ich mich noch genau an das Mädchen am Fenster erinnern konnte. Ihre Mutter hatte bloß behauptet, dass sie nicht da war. Sie zog bloß die Augenbrauen hoch und fragte zum Glück nicht weiter.
Gerade wollte sie weitergehen, da fing ich wieder mit meinem Traum an. „… und dann bin ich, im Traum, zum Silberberg hochgegangen und habe die Felswand verschwinden lassen.“
„Wahrscheinlich war das dann der zweite Traum. Das mit dem Stollen auf unserer Lichtung war bloß ein Traum davor. Du könntest alle Höhlen im Silberberg absuchen und du würdest nicht mehr die eine, in der wir anscheinend waren, wiederfinden. Das schwör ich dir.“
Damit drehte sie sich um und ging kerzengerade in die Mädchentoilette. Die Tür fiel hinter ihr zu und ich war allein im Gang. Ich war noch enttäuschter als zuvor. Aber da fiel mir etwas auf. Sie hatte von dem Stollen auf unserer Lichtung gesprochen und nicht von der Höhle, die ich immer erwähnt hatte. Wenn sie sich nicht mehr daran erinnern konnte, warum wusste sie dann, dass es auf unserer Lichtung gewesen war? Vielleicht wusste sie doch mehr, als sie zugeben wollte.

 

Wer mehr über den Roman erfahren möchte, kann meine Website besuchen: www.meinbestseller.de/lenawopfner

Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.

Winston Spencer Churchill