Dazwischen

Veröffentlicht von Philipp Pfitscher 07.08.2015  •  Kommentare(0)

Mein Ohr war nun rechts, das Auge rechts. Die hängende Lippe hing tatsächlich nach "unten". Mir war da nun nicht klar wo ich stand, nein wo ich ging. Zuvor noch stand ich in der vermeintlich vermögenden Menge und balancierte meinen fetten Bierbauch auf einem alten schönen Fahrrad. Mit gutem Rahmen, wertlosen Bremsen, vorhandener Gangschaltung. Die Bremsen waren wirklich kaum vorhanden.

Ich spürte das Haarband in den zusammen gebundenen Haaren wie es diese zusammenpresste und danach strebte sie zu verlassen. Und trotzdem wurde es weiter und loser. Ich musste unbedingt die Haare loswerden. Eigentlich sollte ich zum Friseur, so dass er mir dabei helfen konnte. Tatsächlich wollte ich einen großen Teil davon abspalten, sie auch selber von mir trennen. Ich hätte sie dabei mit einer Hand in Zaum gehalten, wie einen Strauß gepflückter oder auch gekaufter Blumen, und ihnen dann ihr Fundament gestohlen. Das Ende wuchs wild, an der Wurzel trieb man es vermutlich wild im und auf dem Wirt. Von der langweiligen Mitte sprach keine Sau. Nur manchmal fragte man sich ob sie breiter wurde, das Ende daran sog oder der Rumpf beide Teile von sich schob.

Draußen ist Krieg

Michael Uhlemann, Silvester 2000