Blue Angles

Veröffentlicht von S_ C_ 22.03.2014  •  Kommentare(0)

Wie sie mich anstarren. Als wäre ich unsterblich. Diese Augen, voller tränen. Eine davon verfolgte ich ihren ganzen Weg, wie sie langsam über meine Wange herunter wanderte und auf meinen Lippen verging, ich schmeckte einen leichten Salz Geschmack. Langsam atmete ich die warme Luft aus, die sich durch meine Lunge bis zur Mundöffnung herauf geschlängelt hat. Der Atem beschlug den Spiegel vor mir sofort und es wurde eine undurchsichtige Fläche aus Atem. Ich wusste nicht mehr ob ich noch lebte. Wie konnte mein Atem so warm sein, ich dachte es sei ein Traum. Doch Tote können nicht Träumen, spüren keine Tränen und können sich nicht glasklar im Spiegel sehen. Langsam hob ich meinen rechten Arm und mit dem Zeigerfinger ,der leicht zitterte, machte ich langsam Stiche auf die beschlagene Fläche. Es wurden immer mehr und am Ende verband ich sie zu drei Wörtern: Never give up!

1.Aurora

<Aurora> hörte ich die Stimme von Nick, sofort nahm ich mir ein Taschentuch in die Hand und wischte mit der raueren Seite über meine Augen, danach schminkte ich sie dunkel, so das sie mich an eine klare Vollmondnacht erinnerten. Langsam trottete ich aus meinem Zimmer, in die Küche. Nick, mein Großvater saß schon am Tisch und stopfte hastig einen Muffin in sich hinein. Ich setzte mich neben ihn auf den hölzernen Stuhl. Lange sagte niemand etwas. <Ich werde sie besuchen> sagte ich mit fester Stimme. Über Nicks Gesicht glitt ein kleines Lächeln. <Ja, Engelchen, du bist bereit dafür> Als ich wieder zurück im Zimmer war, ließ ich mich auf mein Bett fallen. Nie werde ich dafür bereit sein. Dieser schleichende Gedanke „Warum ich..?“ immer und immer wieder huschte er durch meinen  Kopf. Aber heute war es soweit, nach zwei Jahren, werde ich meine Familie wiedersehen. Ich zog mich an, als letztes meine schwarzen Stiefel, die ich letztens im Sec and Hand gekauft hatte. Ich öffnete die Autotür meines dunkel roten Fiat124. Langsam drückte ich auf Gas. Während ich durch die verzwickten Gassen der Los Angeler Innenstadt fuhr kam ich an tausenden Menschen vorbei, wie sie doch verschieden  waren. Menschen mit Anzug und Krawatte die versuchten so schnell wie möglich einen Weg durch die Menschenmenge zu finden , Mütter die mit ihren Kindern spazieren gingen, Touristen die Fotos machten. Man sah hier einfach jeden und alles, egal ob groß oder klein, weiß oder schwarz…hier waren alle. Wie kann man in einer der größten und fortgeschrittensten Metropolen der Welt leben und von Freiheit träumen. Auf meinen Händen fingen sich langsam, langsam an Schweißperlen zu bilden. Es waren noch höchstens 10 Minuten und schon jetzt konnte ich das Lenkrad fast nicht mehr halten. Wie wird es sein, vor ihrem Grab zu stehen, nach 2 verzweifelten Jahren. Mein Gewissen redete mir aber ein, dass ich es ihnen Schuldig bin.  Andere Menschen machen Sport um mit ihren Gefühlen klar zu kommen, wieder andere verdrängen sie einfach mit lauter Musik. Ich dagegen lasse sie zu, in meinen Träumen, lass ich sie fliegen.. wie Tauben die zwar immer wissen wo ihr Zuhause ist und das sie niemals weg können aber trotzdem immer wieder von neuem los fliegen um sich die Welt anzusehen. Alles sammelte sich wieder in meinem Kopf, alle Erlebnisse und Gefühle. Ich war aufgeregt, stellte das Auto auf einen weiß gekennzeichneten Parkplatz neben dem Friedhof. Als ich draußen in der Luft stand wurde mir schwarz vor Augen, leicht hielt ich mich an der tiefen Mauer die um den Friedhof herum verlief. Ich mochte die Lage dieses Friedhofes, er war auf dem Land der Indianer  gebaut, befand sich auch einem kleinen Hügel auf dem nur einige Schafe weideten und es nichts vor Menschen zu befürchten gab. Früher war ich oft hier, meine mam hat ihn mir damals gezeigt, als ich noch klein war und meinte sie wolle irgendwann hier liegen. Es waren kaum 20 Gräber die hier waren, alle wurden von Ranken und Sträuchern überwuchert. Mir gefiel es, diese Pflanzen waren frei, keiner Schnitt sie zurecht, niemand machte sie perfekt. Ich war die wenigen Schritte bis zum Grab meiner Familie vorgegangen. Ich war seid der Beerdigung vor zwei Jahren nicht mehr hier gewesen. Das Grab war schön, zwar verwildert aber ich konnte noch den Steinernen Grabstein sehen auf dem die Namen:

 

Michaela  *17.05.1976-21.12.2011

Selen *15.12.2010-21.12.2010

Heleos *15.12.2010-15.12.2010               

 

Ich wusste noch jede einzelne Beerdigung, auf jedem Sarg waren Tulpen mam hatte Lilane, Selen meine kleine Schwester Rosarote und Hel mein kleiner Bruder der schon toter auf die Welt kam hatte weiße. Langsam kniete ich mich auf den Rand des Grabsteines und mir fingen an Tränen über die Wangen zu laufen. Heute war er der 21.12.2013 ich gab ihnen keine Schuld für den Tod, sie wollten es ja selbst nicht. Aber wir waren Familie, warum ich nicht, warum durften sie zusammen sein und ich musste hier warten…Ich weinte, wischte nicht mal mehr die Tränen auf. Plötzlich bemerkt was in mir vorging, ich hatte keine Kontrolle mehr über meinen Körper, war wie in Trance und kletterte langsam auf die Mauer des Friedhofes hinauf, breitete meine Hände aus, schnell kam ich zu meinem letzten Gedanken Engel können Fliege.

Plötzlich legte sich langsam eine warme Hand in meine, für einige Sekunden berauschte mich dieses Gefühl von wärme, so lange hatte ich es nicht mehr gefühlt. Doch langsam kam ich wieder in mich zurück und öffnete die Augen. Ich öffnete meinen Mund um etwas zu sagen, doch ein Zeigefinger legte sich auf meine Lippen und meine Augen wandten sich den Augen meines Gegenübers zu. Dunkle waren sie, so wie die eines Dunkelelfens. Sie gehörten dem Indianer Jungen gegenüber mir. Er sagte nichts, keine Vorwürfe, sondern half mir nur langsam von der Mauer herunter und reichte mir ein Taschentuch. Vorsichtig wischte ich über meine Augen. Er ging auf die einzige Bank zu, die im ganzen Friedhof stand und setzte sich. <Danke> brachte ich mit zitternder Stimme heraus <Wolltest du da oben..>er beendete seinen Satz nicht. <Ich wollte meine Gefühle los werden, einfach mal alles heraus brüllen ohne Regeln zu beachten> Nachdenklich sah er mich an, seine Lippen hatten einen wunderschönen Schwung in sich. Ich mochte den kleinen, als mir das Schweigen zu lange dauerte fragte ich ihn <Wie heißt mein edler Retter den?> er antwortete mir nicht, sondern schaute mich nur stumm an.<Nenn mich Shadow> so waren sie, dieses einzigartige Volk ein Junge dessen Name bestimmt nicht Schatten war, nannte sich selbst so. <Und du?> <Sonne> es war mir einfach so herausgerutscht Sonne, noch selbstverliebter ging es wohl kaum. Doch über Shadows Lippen huschte ein leichtes Lächeln. <Es ist nicht oft das Sonne und Schatten aufeinander treffen> meinte ich <Genau so selten, wie ein Indianischer Junge ein kleines Engelchen trifft> ich hofft wirklich, das ich in dem Moment nicht rot wurde, gelungen war es mir wohl nicht den sein Lächeln wurde wieder breiter. <Was machst du hier Sonne?> die Stimmung wurde Ernster <siehst du das Grab dahinten, im Schatte, darin liegt meine Familie.<Gibt es den gar niemanden mehr> ich mochte Menschen, die direkt waren, nicht lange herum redeten sondern einfach das sagten was ihnen auf der Zunge lag. <Doch, Nick mein Großvater aber jeder Tot nimmt Gefühle mit und in mir fühlt es sich an wie in einer leeren Besenkammer. Shadow nahm mich bei der Hand und führe mich hinaus aus dem Friedhof. Ob dieses Verhalten für Indianer wohl normal war, ich wusste es nicht, ging aber brav mit ihm mit. Ich konnte unser Ziel schon sehen. Ein kleine Indianer Dorf, das weit hinter Bäumen versteckt war. <Warum..> ich konnte den Satz nicht beenden, schon la sein Zeigerfinger wieder auf meinen Lippen. Gab es jetzt nicht mal mehr frei Meinungsäußerung. <Ich muss dir meine Großmutter vorstellen, Heilerin> warum sollte ich seiner Großmutter begegnen wollen, aber es war das erste Mal in meinem Leben, jemand wollte mir seine Welt zeigen und das auch noch ein Indianer Junge der in Freiheit lebt. Aber nicht heute, es war einfach nicht der Tag dafür. Heute sollte ich traurig sein. Schnell umarmte ich Shadow und lief, einige Schritte war er mir nachgekommen, wie ich es über meine Schulter sehen konnte. Seine Wangen waren sogar leicht rot geworden, also war es auch nicht sein Alltag diese wärme eines andern Menschen zu spüren. Doch ich lief, nichts hielt mich mehr auf. Tut mir leid Shadow. Leise hörte ich den Gesang der Vögel in meinem Ohr und plötzlich war er ober mir. Der Schatten eines riesen großen Adlers. Er war so schnell weg, kaum das ich ihn sah. Er war frei. Er zeigte es mir. Lange schaute ich ihm hinterher. Dann ließ ich mich Rückwärts auf das weiche Gras hinter mir fallen. Ich streckte mich aus und schaute in den Himmel. Unendlich war er. Hätte ich einen Wunsch frei, in diesem Moment hätte ich ihn gewusst, was hatte ich bloß getan. Shadow hätte mir seine Welt gezeigt. Vielleicht nicht heute aber.. durch meinen Kopf schwirrte dieser Gedanken, langsam spielte sich mein Leben hinter meinen verschlossenen Augen ab. Alles war so schnell, das es schon vorbei war bevor ich begriff. Doch dann blieb es stehen, ich wusste wo es war, wann es war. Es war der 24.12 vor zwei Jahren, der Tag der Beerdigung meiner Mutter, oder sagen wir besser der Letzte Tag im Gefängnis. Mein Kopf verbesserte mir diesen kleinen Denkfehler sofort, nein ich war nicht im Gefängnis, es war bloß eine Erziehung Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche. Ich konnte mich noch an die letzten fünf Minuten dort erinnern. Ich hatte meine Umhänge Tasche schon gepackt, darin war alles was ich hatte. Alles war nicht viel, etwas Kleindung, mein Lieblings Buch und ein Foto von meiner ma und den Zwillingen im Krankenbett. Ich hätte mich damals noch gerne von Mark verabschiedet, man könnte sagen er hat mich in der Zeit im „Gefängnis“ als kleine Schwester adoptiert, auch wenn ich heimlich für ihn geschwärmt hab und er nur knapp 2 Jahre älter als ich war. Aber egal, ich spürte schon die Freiheit, Freiheit ist aber auch immer mit Angst verbunden und davon verspürte ich in den Moment viel mehr. Ich stand an der Tür, ein Schritt war es noch und ich war Frei. Ich wollte mich noch von Mark verabschieden und ihm versprechen, dass wir uns eines Tages wieder sehen, dass ich auf ihn warte. Aber Mark war nicht da, ich drehte mich um rief ins Haus hinein wo er den sei. Doch ich bekam keine Antwort. Also lief ich, wie gerade eben. Mir strömten die Tränen über die Augen, aber ich lief weiter. <Ciao Sonne> es war nicht sehr laut, aber ich konnte  es hören ich kannte seine Stimme zu gut. Aber ich drehte mich nicht mehr um, rannte einfach weiter, erst auf dem nächsten Hügel blieb ich stehen und drehte mich um. Ich sah Mark wie er vom Dach des Haus verschwand. Ich war Frei. Hatte nichts und war allein, war Freiheit doch nicht das, was ich dachte. Ich ließ mich einfach so auf den feuchten von Moos überzogenen Boden fallen und ließ meinen Tränen freien lauf. Bis ich plötzlich bemerkte das im Baum der nur einige Meter von mir entfernt war ein Luftballon hing. Er hatte keine Luft mehr drinnen, hing hier wahrscheinlich schon seid einigen Jahren. Aber trotzdem machte ich mir die Mühe und kletterte hinauf und holte den Luftballon herunter. Er musste einmal rot gewesen sein und unten am Schnurrende hing ein zerfleddertes Zettelchen, der obere Teil war verschwommen und hatte viele risse, vielleicht hat sogar einmal ein Tierdaran geknabbert. Aber den letzten Satz konnte ich noch entziffern. Let it Go.

Manchmal war es vielleicht doch besser Menschen gehen zu lassen. Wahrscheinlich war es sogar gut, dass ich Shadow nicht bis in sein Dorf gefolgt bin. Was wäre gewesen wenn wir Freunde geworden wären…Ja vielleicht wären wir Freunde geworden und hätten uns gegenseitig weh getan, aber kann man Freundschaft bezahlen, je wieder nachholen..Nein!kann man nicht, aber man kann Verzeihen und Lieben lernen. Langsam vergingen die Weihnachtstage, Nächtelang habe ich an Shadow gedacht..

 

Ich saß allein auf dem äußersten Punkt des Pausenhofes, auf einer kleinen Treppe, die keiner Wahrnahm. Ich beobachtete meine Mittschüler, Sam, das Mädchen mit den langen schwarzen Haaren und den dünnen langen Beinen, wie sie auf dem Schoß von Tim saß und er mit ihren Haaren spielte. Spielen, ja so kann man es nennen, das Leben ist ein großes Spiel, dessen Spielregeln mir nicht erklärt wurden. Mit langen Schritten bewegte sich Bea auf Sam und Tim zu. Bea, bildhübsch, Japanische Abstammung und Lippen an denen jeder Junge unsere Schule schon zumindest einmal dran war. Sam sprang sofort auf als sie Bea sah, ein Küsschen links, ein Küsschen rechts und ein lautes >Hey Maus<. Warum sollte ich aber meine ganze Pause damit verschwenden, die schönen und beliebte meiner Klasse anzuschauen. Harry zum Beispiel, er trägt immer eine große dicke Brille, von der man glauben könnte er hätte sie seiner Oma gestohlen und auch sonst war er nicht sehr gesprächig, was ihn für mich nicht gleich unsympathisch macht. Ja, ich scanne gerne Leute, ihren Style, ihren Charakter und ihr Erscheinungsbild. Samu und Max, die Bad-Boys. Ich kann sie gut leiden, ihre Sprüche machen dich fertig wenn du einen abbekommst, beide haben sie immer ein Messer bei sich und Samu ist dazu auch noch dunkelhäutig. Meistens sind dunkelhäutige in unsere Schule "Opfer". Aber nicht Samu, er hat sich Respekt erkämpft… <Sabii> hallte es durch den ganzen Schulhof. Erbärmlich, einfach nur Erbärmlich. Sabrina, blonder Lockenkopf Anführerin der Mädchen Gang. Zoe, Mag und Tina rannten auf ihre beste Freundin zu und umarmten sie wie blöde. <Wir haben dich ja sooo vermisst> schleimte Zoe, das Mädchen mit den Haselnuss braunen Augen, das immer zu viel Make-up trug. Sabrina hatte drei Einkaufstüten in ihren Hand und drückte jeder der drei Mädchen eine in die Hand. Tina, mit den Strohblonden Haaren, deren Spitzen sie sich selbst rosa gefärbt hatte machte die Tüte als erstes auf. >Wooow< schrie sie und umarmte Sabi noch mal ganz fest. In ihren Hand hielt sie, wie hätte ich es anders erwarten können, eine pinke Hot-Pan die ihr bestimmt keinen Zentimeter zu lang war. >Und wie war es so auf der Pariser-Fashionweek> fragte Mag, ich konnte leichte Eifersucht in ihrer Stimme hören, Mag war Brillenträgerin und sehr schüchtern, aber Arsch und Titten, davon hatte sie genügen zu bieten, deshalb durfte sie wohl auch in der "KissMe" Gang sein. Wer nannte seine eigene Gang schon "KissMe", wenn ich diesen Namen schon höre, bin ich kurz davor kotzen zu müssen. Dann fiel mein Blick weiter, zu meinen anderen zwei Mittschülern Tessa und Jack, seid ich sie kenne waren sie schon immer das verliebte Reggae Paar. Die zwei haben sich wirklich gefunden, beide Raster-Locken. Ob sie heimlich kiffen, wundern würde es mich nicht, man hört des Öfteren die Gerüchte, die beiden öfters im Kiffer Park herumsitzen sehen. Dann gibt es noch die "Ausländer", Indianer vom Land, mit ihnen konnte man kaum reden, ohne ihr Messer im Rücken zu haben, wo sie Wohnten und wie sie an Geld kommen, ich wüsste es Wahnsinnig gerne...aber man kann nicht alles wissen. Es klingelte. Indem ich meine Mittschüler in den Pausen beobachtete gingen die Pausen immer viel schneller herum. Ich stand auf und ging als letzte in die Schule rein, aber warte, da ich eh schon fast meine ganze Klasse beschrieben habe möchte ich auch noch Dennis beschreiben, schwarze Augen, schwarze Haare, schwarze Kleidung, Emo.

 

2.Sam

Die letzten zwei Stunden waren der absolute Horror. In unserer Schule wurden Drogen gefunden und natürlich wurden wir alle durchsucht. Gefunden wurde nichts. Es klingelte, sofort packte ich meine Umhänge Tasche und verließ das Schulgebäude so schnell es ging. An nichts und niemanden zu denken fällt mir wirklich schwer. An der Bushalltestelle blieb ich stehen und wartete. Ich wartete immer auf Tim. Ich liebe ihn, ja ich hatte schon viele und ich weiß es, aber das mit Tim ist echt. Ich sah ihn auch schon um die Ecke kommen, Bea ging neben ihm und schaute mich schon richtig blöd an, daraufhin senkte ich meinen Blick. Tim kam noch schnell zu mir und umarmte mich, seid wann empfand ich dabei nichts mehr? Tim ich liebe ihn doch. Normalerweise ließ ich ihn ja am liebsten nicht mal mehr los, aber nicht heute. Er verabschiedete sich und auf meinen Lippen entstand ein kleines Lächeln. Ich saß alleine im Bus, die ganze Zeit fragte ich mich ob ich ihn vielleicht nicht mehr mag. Ich blickte vom Fenster hinaus und dachte an ihn, als ich an ihm vorbei fuhr sah ich wie er nieste. Ich konnte mir ein leises kichern nicht verkneifen. Früher sagte meine Oma immer, wer niest an den denkt gerade jemand. Plötzlich fing auch meine Nase an zu jucken und insgeheim hoffte ich das Tim derjenige war der an mich dachte. Bea, meine Beste Freundin fürs Leben, das dachte ich immer, aber so ist es nicht. Zwei Monate, meine längste Beziehung, er war 3 Jahre älter als ich und ich habe ihm Vertraut. Mein Vertrauen wurde aber ausgenutzt wie der letzte Dreck. Es war ein Samstag Nachmittag, ich hatte gerade mit Bea mein Geschichte Referat fertig gemacht und bin Nachhause. Zuhause merkte ich dann aber das ich meinen Stick bei ihr vergessen hatte. Kurze Nachricht auf Whatsapp, aber nach 2Stunden hatte ich immer noch keine Antwort also beschloss ich einfach nochmal zu ihr zu gehen. Bea war immer alleine Zuhause, ja bei ihr fühlte ich mich auch Zuhause. Langsam ging ich in ihr Haus hinein und die Treppen hoch zu ihrem Zimmer, Beas  Familie hat Geld, viel Geld ihr Vater ist ein Japanischer Unternehmer, als ich dann vor ihrem Zimmer stand hörte ich lautes keuchen und schob ganz langsam und vorsichtig die Tür auf. Da sah ich sie, Bea und meinen Freund. Das sie mit jedem Zusammen war wusste ich ja schon, aber das sie ihre Unschuld genau an meinen Freund verlor das ging zu weit. Nein ich schrie nicht, ich machte einfach ganz leise wieder zwei Schritte zurück und rannte..rannte. Zuhause holte ich sofort mein Handy heraus und schrieb ihm eine kurze Schluss-mach-SMS. Mehr hat sich dieses Schwein echt nicht verdient und Bea, der hab ich bis heute noch nichts davon gesagt. Ich spiele halt immer Heile Welt. Aber seid ich Tim kenne, ist auch alles viel besser, er ist der erste bei dem ich echte Gefühle habe und Liebe spüre…dieses Gefühl geliebt zu werden. In einer Woche werde ich 15 meinen ersten Kuss hab ich noch nicht hinter mir..aber wer weiß vielleicht ist Tim ja der richtige. Verträumt stieg ich aus dem Bus aus und ging Nachhause. „Hallo“ schrie ich laut. Keine Antwort, also war ich alleine Zuhause. Handy. Whatsapp-Nachricht.

Tim<3: Was machst grade?:*Liebe dich über alles<3

Ich: Grad nachhause gekommen..*-*:33 ich dich noch viel mehr<3

 

So ging es weiter…so geht es immer weiter. Morgen sind wir dann schon einen Monat zusammen und ja wir sind Verabredet. Ob ich mich darauf freue, und wie. Aber Jungs sind immer so, sie haben immer Erwartungen. Vielleicht kommt es Morgen zu unserem ersten Kuss..wenn ich schon nur daran denke schlägt mein Herz schneller als bei der schlimmsten Prüfung meines Lebens. Ich habe echt keine Ahnung wie sich so etwas anfühlt. Bea erzählt immer..“mein erste Kuss war nass und schlecht“. Diese Beschreibung fand ich nie so toll und ich wollte keinen Kuss. Aber ich habe Bea immer erzählt..“ja meiner auch“. Ich habe ja keine Ahnung wie es wirklich ist. Ich setzte mich auf mein Bett und schaltete mein Liebling Lied „Demons“ ein…so laut wie nur möglich. Ich hatte mein Handy noch lange in der Hand..und schrieb auch noch mit vielen Jungs. Aber auf Tim konnte ich bis in die Unendlichkeit warten. Kennst du dieses Gefühl, das es diese eine einzige Person gibt, deren Namen auf deinem Bildschirm erscheint und auf deinem Gesicht erscheint sofort ein lächeln..dein Herz klopft schneller und erwärmt sich als hätte sich das trübe Regenwetter gerade in einen Sommerlichen, hellblauen Himmel verwandelt.

 

 

3. Aurora

Auf Sam und Tim war ich immer schon ein kleinen wenig eifersüchtig. Alls ich diese innige Umarmung nach der Schule sah, dachte ich das erste mal wieder an Shadow. Meinen Schatten. Samu kam mit schnellen Schritte auf mich zu „Aurora?“ fragte er „Was gibt’s den?“ „Heute B-day Party bei Tim..ich soll jemand mitnehmen..haste Zeit?“ „Klar“ „Um 10 vor deiner Haustür“ „Okee“ ich grinste und Samu ging wieder zurück zu Max. Zuhause angekommen, fing ich sofort an, mich durch meinen ganzen Kleiderschrank zu wühlen. Ich hatte schon eine Leder-laggin und ein dunkelrotes Top heraus gelegt. Doch plötzlich stand Nick und hinter ihm eine fremde Frau in meinem Zimmer „Was machst du da?“ fragte er mich neugierig  „Heute Abend geht’s auf ne Party“ ich grinste ihn an, denn ich freute mich echt. „Aurora, möchtest du kurz einen Tee mit uns trinken?“ fragte mich Nick und in seiner Stimme hörte ich, dass er mir einfach nur gerne die Frau vorgestellt hätte. Ich bejahte und wir gingen alle zusammen in das Esszimmer hinunter. Nick stellte die Frau vor „Esmeralda, eine alte Freundin“ mehr sagte er nicht und verschwand in der Küche um einen Tee aufzustellen. Esmeralda lächelte mich mit ihren dunkelroten Lippen nett an, sie schaute nicht so alt aus, aber auch Nick war nicht so alt. Nach einiger Zeit unterbrach Esmeralda die peinliche Stille „Willst du echt mit der Leggin und dem Top auf die Party?“ ich hoffte sie konnte nicht sehen wie mir die Kinnlade hinunter kippte, wie bitte hatte ich gerade richtig gehört, diese Frau mit dem Bleistiftrock wollte mir Vorschreiben was ich auf einen Party tragen durfte und was nicht. Ich glaube sie hat meinen verblüfften Blick gesehen, daraufhin zog sie ihr Smartphone heraus, soweit ich es erkennen konnte war es ein Iphone5c, kurz fuhr sie leicht mit den Fingern über den Bildschirm und drehte in dein im meine Richtung. „Woow“ mehr brachte ich nicht heraus. Auf dem Bildschirm war das schönste Kleid abgebildet das ich je gesehen hatte, es war einfach woow. Esmeralda sah wohl meinen Verblüfften Blick. „Ich könnte es dir leihen.“ „Echt?“ fragte ich. Doch dann kam Nick wieder zurück und servierte uns den Tee. „Esmeralda wird für eine Weile bei uns wohnen“ er lächelte sie an, also war er doch nicht nur eine Freundin. Wir saßen bestimmt doch zwei Stunden da, und redeten über verschiedene Sachen, bis Esmeralda beschloss noch die restlichen Sachen aus ihrer Wohnung zu holen und mir das Kleid mitzubringen. Als die Tür hinter ihr ins Schloss flog wollte ich wieder zurück in mein Zimmer, doch Nick hielt mich am Arm fest und wir setzten und nochmals aufs Sofa. „Und was sagst du zu Esmeralda“ „Opa“ ich sagte normalerweise nie Opa „Sie ist perfekt für dich“ ich lächelte ihn an und er umarmte mich. „Weißt du meine Sonne, Esmeralda ist Modedesignerin und nächste Woche muss sie auf die Fashionweek in Paris, könnte ich dir das Haus denn zwei Wochen anvertrauen. „Na klar Nick, es wird schon noch stehen.“ Danach ging ich wieder in mein Zimmer, ich freute mich wirklich für Nick und Esmeralda schien eine sehr nette Frau zu sein, ich schminkte mich und machte meine Haare zurecht und um kurz vor 9 tauchte Esmeralda mit dem Kleid in meinem Zimmer auf. In echt war es noch schöner als auf dem Foto. „Das hast du entworfen?“ fragte ich „Ja“ sie lächelte stolz „Nächste Woche kommt es mit nach Paris, aber ich finde ein Kleid muss erst etwas erleben und darf danach auf die Fashionweek. Ich lächelte und bedankte mich 1000mal. Danach ging Esmeralda runter zu Nick..Das Kleid war einfach, wie ein geheimnisvoller See bei Mondschein.

 

Nur ein "freier" Geist findet Spaß am "Spielen".

Mario Leukel