Coscos Gefängnis

Veröffentlicht von Philipp Pfitscher 09.02.2014  •  Kommentare(0)

"Einen Tisch am Fenster, bitte!", 

"Absolut", antwortet der Jungspund im weißen Hemd.

"Durch die Serpentinen ans Fenster", so sprach man vom Absurd. Der Ausblick am Fenster in und aus dem Lokal galt als wenig trostlos und war gleichzeitig in guter Distanz zur Toilette. Man vermochte das Plättschern des Urins in den sporadischen stummen Phasen kaum zu vernehmen, gleichzeitig reichte ein schwungvolles Aufrichten, um sich mit nur wenigen Handgriffen bis zur WC- Tür zu angeln.

Erst als ich Gin Zwei erhielt und daran nippte, fragte ich mich warum ich saß wo ich saß.

Weder war ich reich noch gutaussehend, geschweige denn groß! Der junge Mann an der Tür war verschwunden. An seiner Stelle besprachen sich drei Männer von stattlicher Statur.

Auf halbem Weg ins Badezimmer machte ich kehrt, raffte mein Glas und trat mit sicherem Schritt Richtung Toilette. Die Schwingtür schob ich mit dem Fuß von mir.

Kaum hatte ich die mosaicbelegte Toilette betreten, fiel die eine Glühbirne über dem Waschbecken aus. Eine zweite rote, schwach funzelnde hing noch immer leuchtend in der Mitte des Raumes. Ruckartig wandte ich mich der noch immer schwingenden WC- Tür zu.

Unstetes Blitzen stahl mir den klaren Blick auf meine Umgebung. Wie ich mich zur Tür riss, drehte ich mich wieder ab und sprang zur Seite. Der kahlgeschorene Junge am Waschbecken nahm die Situation nicht wahr. Als ich ihn wiedererkannte schob er sich bereits diagonal gegen den nassen Fließenboden. Mit weit aufgerissenen Pupillen erkannte ich das Rot, welches aus seinem Körper quoll.

Mann, wir Schwatten müssen doch zusammenhalten!

Anthony Baffoe (nach gelber Karte zum Schiri)