verfahren in taka lafu

Veröffentlicht von Philipp Pfitscher 27.01.2014  •  Kommentare(0)

Jimmy rief in kaum verständlichem Spanisch die Initialen seiner mir über die Jahre lieb gewonnenen Tante:"Kathrin!"

Trotz der prekären Lage derer wir inne waren schielte ich mit einem Auge lachend Marcus entgegen. Die Situation aussichtslos, der Kern des Missionszieles längst verworfen, schaffte er es noch immer die Menge ohne zu erkennende Mühen zu unterhalten.

Ringte ich nicht mit einer Äskulapnatter um den letzten verbliebenen beheizten Platz im Schatten der örtlichen Wollemi Kiefer, würde auch ich an seiner Seite um unser Geld kämpfen.

Das Spiel fand ein jähes Ende als die Scheinwerfer wieder erstrahlten und das Publikum sich die Hände schützend vor die Augen hielt. Ein Mann im schwarzen Anzug stürmte hastig hinter den purpurnen Vorhängen Richtung Bühnenmitte hervor. Es war der Intendant des Absurd.

Die Stirn geziert von Schweißperlen pochte er nervös abwechselnd mit Mittel- und Zeigefinger auf das Mikrofon. Seine Lippen bewegten sich, erzeugten aber keinen zu vernehmenden Laut. Immer wieder blickte er aufgeregt zur Seite hinter den Vorhang. Die Gäste in der ersten Reihe mussten den Rezipienten erkennen.

"Fieeeeeep", tönte es aus den Lautsprechern. Der Ton war geschaltet.

Nun, da Michel Antigres klar war verstanden zu werden, kehrte eine unstetige Ruhe in ihm ein. Er räusperte sich, blickte zu Boden, nach oben zu dem Lichttechniker. "allez, allez", deutete dieser unruhig.

Monsieur Antigres griff zu dem Taschentuch in seiner Brusttasche und wischte über seine glänzende Stirn. Im Scheinwerferlicht schwebten die Schweißperlen von seinem Kopf zu Boden.

"Wir müssen uns verstecken", klang es schwer verständlich aus den Lautsprechern.

Wenn der Mensch zuviel weiß, wird das lebensgefährlich. Das haben nicht erst die Kernphysiker erkannt, das wußte schon die Mafia.

Norman Mailer