Schiss vorm Kongo

Veröffentlicht von Philipp Pfitscher 29.08.2012  •  Kommentare(0)

Die Arme um den Oberleib gebunden, zittert Talcott durch das Apartment.

Vor Jahren war er auf der Flucht gewesen. Die Kälte trieb ihn hierher. Das harsche Klima der Nordschweiz hatte für zu lange eine Sprechrolle in seinem Leben gespielt. Die wenigen zu ehrenden warmen Tage in denen man seine Hände nicht schützend in den Hosentaschen trug, erinnerten Talcott an die viel zu kurzen Schulferien an Ostern.

Eine Woche nachdem der Herbst die Schweiz zu peinigen begann, setzte sich Talcott wie jeden Abend vor seinen Computer. Kontrollierte auf neue E-mails, hoffte auch falsch erkannten Spam. Als hätte er in diesem Moment die Kälte vor seinem Küchenfestener spüren können, streift sich Talcott über sein Gesicht -nur seine säuberlich gepflegten Fingernägel schützen sein Gesichtsfleisch davor, freigelegt zu werden.

Mr. Brown lässt ab und atmet tief ein. Tallys Suche nach wärmender Freiheit hatte begonnen.

Tod und Geburt lernt man nur in einem Dorfe kennen, in keiner Stadt.

Jean Paul