marche funebre

Veröffentlicht von Laura Nocker 13.02.2012  •  Kommentare(3)

Sottovoce, schwer
gleich stampfenden Schritten
lustlos, voller Graus marschierend.
Festliche Trauer.

Crescendo.
Erinnerung an erfülltes Leben.
Zischen wie eine Schlange,
kämpfen, nicht wollen.
Verdrängt von der erdrückenden Trauer
wütend, marcato, fortissimo.

Leichte, singende Melodien
langsam erzählend, fröhlichen Lebens.
Fliegend an den Boden gebunden.
Begleitet, nicht allein, abhängig aber frei.
Crescendo, mehr, mehr, versteckt drohend.
Retardierung.
Ruhig, unschuldig.
Noch einmal fliegen!
Höher, höher, nicht hoch genug!
Gemächlicher.

Tod!

Schritte stampfen kläglich schleifend.
Kämpfen, wollen nicht.
Erzürnt entweicht der seel‘ge Hauch.
Fliegt davon.
Weg.

Fliegt und fliegt, hinterlässt.
Trauernde.

Marche funebre -Chopin

Die empirisch-sittliche Welt besteht größtenteils nur aus bösem Willen und Neid.

Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 311