Vomitus

Veröffentlicht von Anony Mous 28.07.2011  •  Kommentare(0)

Ich möchte mich hiermit beim Lanener Straßenkehrer entschuldigen, der meine halbverdaute Amatriciana, samt Muri-Lagrein und Kracherle aufwischen musste. Es kam so über mich. Es kommt so über mich: Um fünf nach acht, wenn er aus der Tagesschau grinst oder morgens aus dem Kasblatt. Neulich, bei der Einwei(c)hung des Anbaus zum Tschesso unseres Probelokals, habe ich IHN sogar leibhaftig zu Gesicht bekommen, den Leibhaftigen – und musste prompt in die Tuba meines Vordermannes reihern. Chronisch-pathologisch sei meine Luis-Allergie geworden, sagt der Kurpfuscher, dem ich meinen Albasterleib abvertraut habe. Schlimmer. Das kleine Leiden, allergisch auf Politbonzen jedweder Couleur zu reagieren, hat sich zu einer Unverträglichkeit gegenüber des ganzen Sottobosco ausgewachsen.

Selber Schuld liebe Lanener, wenn ihr euch ein Foto vom Landesfürsten und seinem Anwalt in die Fussgängerzone hängt. Dazu noch den Gigi Mondgesicht und Gotthabihnselig, der Vorgänger vom latternden Altbischof, Gotthabihnselig. „Südtiroler Persönlichkeiten“ nennt sich das. Persönlich kann man das auch nehmen. Da hat man sich einmal zu einer fünfstündige Shoppingtour mit seiner Liebsten aufgerafft, um ein Paar Flip-Flops zu kaufen und steht plötzlich einer 2D-Version des locker-flockigen Kassen-Brandy gegenüber, der mit einmal nichts von seiner sonstigen Leidensmine hat. Wenn das kein Grund ist, sein Mittagessen aufs Pflaster zu werfen.

Sprichwörtlich zum Kotzen ist das: Der christliche Zeitungsbruder und einer von den Römern darf auch nicht fehlen. Damit's nicht ganz nach Wahlschlacht aussieht breitet man ein Schamtuch mit Landhaus-Architekt und Porträt vom Porträtisten, inklusive Alibi-Ausländer darüber. „Der Kunstraum Gries ist eine Freiluftgalerie, die sich in der Fußgängerzone befindet und jederzeit öffentlich zugänglich ist“, weis Mister Google. Ich plädiere dafür, den Zugang drastisch einzuschränken: Kein Zugang für Volks(ver)treter! Streicht den Kulturheinis die Subventionen, wenn unsere Gemeindegelder für Hochglanzdrucke der Kaste vergeudet werden. Bei Obama-Gehalt und Merkel-Vergütungen werden sie sich ihre Ahnengalerie wohl selbst aus ihrem Repräsentationsfond sponsern können. Bildersturm! Reißt sie vom Sockel – und am besten in Echt noch dazu. Und den „international als professioneller arbeitenden Fotograf aus Sterzing“ steinigen wir mit Hasselblads und Leicas in einem Aufwasch gleich mit.

Ihr Anonymous

Alle Männer vom Fach sind darin sehr übel dran, dass ihnen nicht erlaubt ist, das Unnütze zu ignorieren.

Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 964