Verwaschene Gef├╝hle

Veröffentlicht von Stefanie Stecher 30.05.2011  •  Kommentare(0)

Wenn du versucht dich in deinem Fadenbild auf einen Gedankenfaden zu konzentrieren und dich in ihm verlierst, kannst du vielleicht einschlafen.

 

Er zerstört das Bild bis nur noch ein Faden übrig bleibt. Der, in dem er sich verlieren will, verlieren muss, auch wenn er der falsche ist.

Sie geht jeden Faden durch, will den richtigen finden und kann sich am Ende doch nicht entscheiden.

Es nimmt den hellsten und dünnsten Faden.

 

 

 

Wenn du versuchst den Gedankenfaden abzureißen und an nichts mehr denkst, kannst du vielleicht einschlafen.

 

Er versucht den Faden mit aller Gewalt abzureißen und ist so damit beschäftigt, dass er das Wesentliche vergisst. Das Einschlafen.

Sie will den Faden austricksen. Denkt, dass sie einschlafen wird, wenn sie nicht daran denkt, dass sie denkt. Ein Teufelskreis.

Es schließt die Augen und der Faden reißt von alleine.

 

 

 

Wenn du wartest bis deine Träume ein neues Netz gewoben haben, kannst du die guten Seiten des Lebens viel klarer erkennen.

 

Er wartet nicht mehr. Hat vergessen wie man wartet. Wird täglich geweckt. Bevor das Netz gesponnen ist.

Ihr Netz hat Löcher. Jede Nacht wird sie aus dem Schlaf gerissen. Denkt an damals.

Es lässt seinen Träumen Zeit. Wartet. Bis sie sich in ihm ausgebreitet haben.

 

 

 

Wenn du älter wirst, verlernst du deinen Gefühlen beim Schweben zuzusehen.

 

Er ist hart geworden. Hat sie schon lange nicht mehr besucht.

Sie ist traurig, weil er nicht kommt.

Es spürt, dass sie traurig ist und weiß, dass sie ihn vermisst. Es hofft, dass sie es lieben.

 

 

 

Wenn du stirbst, werden deine Gedanken schwarz.

 

Er will sie nicht mehr sehen. Nicht solange sie „es“ im Bauch hat.

Sie kann nicht ohne ihn sein. Kennt „es“ noch nicht. Wird „es“ auch nicht kennenlernen.

Es merkt, wie dunkel es wird. Sie lieben es nicht.

 

 

 

Wenn du tot bist, wirst du vermisst.

 

Er hätte „es“ gerne gekannt. Vielleicht hätten sie heute Fußball gespielt.

Sie wird immer dünner. Denkt oft an „es“.

„Es“ sieht wie die beiden leiden, doch zu ihnen zurück kann es nicht mehr. Dafür ist es zu spät.

Astronomen seit ihr kennet viele Gestirne. Aber der Horizont decket manch Sternbild euch zu.

Friedrich Johann Christoph Schiller (Die Vielwisser)